Vor uns steht die ehemalige Stadtschule von Wittenburg. Das markante Backsteingebäude wurde 1874 errichtet. Mit seinen zwei Geschossen und den drei hervorgehobenen Giebeln wirkt es ausgesprochen repräsentativ. Es stammt aus der Kaiserzeit und hat inzwischen mehr als 150 Jahre Stadtgeschichte erlebt.
An einem solchen Gebäude lässt sich gut darüber nachdenken, wie unterschiedlich Schule für verschiedene Generationen gewesen ist. Die Fassade blieb wiedererkennbar, während sich Unterricht, Erziehungsziele und politische Verhältnisse grundlegend veränderten.
In der DDR war hier die Polytechnische Oberschule „Wilhelm Pieck“ untergebracht. Der Name erinnerte an den ersten Präsidenten der DDR. Ein zeitgenössischer Zeitungsartikel von 1978 berichtet ausdrücklich über diese Wittenburger Schule und ihre Beschäftigung mit dem Namensgeber.
Die Polytechnische Oberschule, kurz POS, war die allgemeine zehnklassige Schule der DDR. Zu ihrem Konzept gehörte die Verbindung von schulischem Lernen und praktischer Arbeit. Die Schülerinnen und Schüler sollten auch die Arbeitswelt in den Betrieben kennenlernen.
Später trug das Gymnasium den Namen Christian Ludwig Liscows. Dieser wurde 1701 hier in Wittenburg als Sohn eines Pastors geboren. Er war Schriftsteller, Satiriker und zeitweise auch Diplomat. Besonders gern nahm er die Selbstgefälligkeit von Gelehrten aufs Korn. Ein Schulpatron also, bei dem man durchaus an kritisches Denken und den sorgfältigen Umgang mit Sprache erinnern kann.
2011 wurden das Liscow-Gymnasium und die Hans-Franck-Regionalschule zum Gymnasialen Schulzentrum zusammengeführt. Damit begann ein weiteres Kapitel der Wittenburger Schulgeschichte.
Und diese Geschichte wird auch baulich fortgeschrieben: Seit 2025 entsteht eine Erweiterung in Holzbauweise. Bei der Grundsteinlegung wurde eine Zeitkapsel mit Erinnerungsstücken aus dem Jahr 2025 eingemauert. Vielleicht werden spätere Generationen diese Dinge einmal genauso neugierig betrachten wie wir heute alte Klassenfotos und Schulhefte.
Für mich ist das der schöne Gedanke an diesem Ort: Ein Schulgebäude erzählt immer zwei Geschichten zugleich – die Geschichte seiner Stadt und die vieler einzelner Menschen, die hier einen Teil ihrer Kindheit und Jugend verbracht haben.
STATION 12 · Stadtgeschichte & Bildung
Gymnasium – historischer Schulbau
Ein denkmalgeschützter Schulbau und eine Schülerzeitung, die es in die Tagesthemen geschafft hat.
WÄHLE DEINE GESCHICHTE
Ein Ort. Mehr zu erzählen.
Höre den allgemeinen Beitrag oder entdecke gezielt eine andere Seite dieses Ortes. Zusatzbeiträge starten nur, wenn du sie auswählst.
Stationsnummer
Kurze Ansage · Station 12Allgemeiner Text
Die Geschichte des OrtesGymnasium allgemein
Stimme / Aufnahme: Fola
Hörtext mitlesen
Weitere Fassung: Gymnasium allgemein
Gymnasium allgemein
Stimme / Aufnahme: Fola
Hörtext mitlesen
Vor uns steht die ehemalige Stadtschule von Wittenburg. Das markante Backsteingebäude wurde 1874 errichtet. Mit seinen zwei Geschossen und den drei hervorgehobenen Giebeln wirkt es ausgesprochen repräsentativ. Es stammt aus der Kaiserzeit und hat inzwischen mehr als 150 Jahre Stadtgeschichte erlebt.
An einem solchen Gebäude lässt sich gut darüber nachdenken, wie unterschiedlich Schule für verschiedene Generationen gewesen ist. Die Fassade blieb wiedererkennbar, während sich Unterricht, Erziehungsziele und politische Verhältnisse grundlegend veränderten.
In der DDR war hier die Polytechnische Oberschule „Wilhelm Pieck“ untergebracht. Der Name erinnerte an den ersten Präsidenten der DDR. Ein zeitgenössischer Zeitungsartikel von 1978 berichtet ausdrücklich über diese Wittenburger Schule und ihre Beschäftigung mit dem Namensgeber.
Die Polytechnische Oberschule, kurz POS, war die allgemeine zehnklassige Schule der DDR. Zu ihrem Konzept gehörte die Verbindung von schulischem Lernen und praktischer Arbeit. Die Schülerinnen und Schüler sollten auch die Arbeitswelt in den Betrieben kennenlernen.
Später trug das Gymnasium den Namen Christian Ludwig Liscows. Dieser wurde 1701 hier in Wittenburg als Sohn eines Pastors geboren. Er war Schriftsteller, Satiriker und zeitweise auch Diplomat. Besonders gern nahm er die Selbstgefälligkeit von Gelehrten aufs Korn. Ein Schulpatron also, bei dem man durchaus an kritisches Denken und den sorgfältigen Umgang mit Sprache erinnern kann.
2011 wurden das Liscow-Gymnasium und die Hans-Franck-Regionalschule zum Gymnasialen Schulzentrum zusammengeführt. Damit begann ein weiteres Kapitel der Wittenburger Schulgeschichte.
Und diese Geschichte wird auch baulich fortgeschrieben: Seit 2025 entsteht eine Erweiterung in Holzbauweise. Bei der Grundsteinlegung wurde eine Zeitkapsel mit Erinnerungsstücken aus dem Jahr 2025 eingemauert. Vielleicht werden spätere Generationen diese Dinge einmal genauso neugierig betrachten wie wir heute alte Klassenfotos und Schulhefte.
Für mich ist das der schöne Gedanke an diesem Ort: Ein Schulgebäude erzählt immer zwei Geschichten zugleich – die Geschichte seiner Stadt und die vieler einzelner Menschen, die hier einen Teil ihrer Kindheit und Jugend verbracht haben.
An einem solchen Gebäude lässt sich gut darüber nachdenken, wie unterschiedlich Schule für verschiedene Generationen gewesen ist. Die Fassade blieb wiedererkennbar, während sich Unterricht, Erziehungsziele und politische Verhältnisse grundlegend veränderten.
In der DDR war hier die Polytechnische Oberschule „Wilhelm Pieck“ untergebracht. Der Name erinnerte an den ersten Präsidenten der DDR. Ein zeitgenössischer Zeitungsartikel von 1978 berichtet ausdrücklich über diese Wittenburger Schule und ihre Beschäftigung mit dem Namensgeber.
Die Polytechnische Oberschule, kurz POS, war die allgemeine zehnklassige Schule der DDR. Zu ihrem Konzept gehörte die Verbindung von schulischem Lernen und praktischer Arbeit. Die Schülerinnen und Schüler sollten auch die Arbeitswelt in den Betrieben kennenlernen.
Später trug das Gymnasium den Namen Christian Ludwig Liscows. Dieser wurde 1701 hier in Wittenburg als Sohn eines Pastors geboren. Er war Schriftsteller, Satiriker und zeitweise auch Diplomat. Besonders gern nahm er die Selbstgefälligkeit von Gelehrten aufs Korn. Ein Schulpatron also, bei dem man durchaus an kritisches Denken und den sorgfältigen Umgang mit Sprache erinnern kann.
2011 wurden das Liscow-Gymnasium und die Hans-Franck-Regionalschule zum Gymnasialen Schulzentrum zusammengeführt. Damit begann ein weiteres Kapitel der Wittenburger Schulgeschichte.
Und diese Geschichte wird auch baulich fortgeschrieben: Seit 2025 entsteht eine Erweiterung in Holzbauweise. Bei der Grundsteinlegung wurde eine Zeitkapsel mit Erinnerungsstücken aus dem Jahr 2025 eingemauert. Vielleicht werden spätere Generationen diese Dinge einmal genauso neugierig betrachten wie wir heute alte Klassenfotos und Schulhefte.
Für mich ist das der schöne Gedanke an diesem Ort: Ein Schulgebäude erzählt immer zwei Geschichten zugleich – die Geschichte seiner Stadt und die vieler einzelner Menschen, die hier einen Teil ihrer Kindheit und Jugend verbracht haben.
Epoche DDR
Ein Blick auf die DDR-ZeitIn dieser Sprache ist noch kein freigegebener Beitrag vorhanden.
FunFakt
Ein überraschendes DetailIn dieser Sprache ist noch kein freigegebener Beitrag vorhanden.
ZUM LESEN & ENTDECKEN
Ein Blick in die Geschichte.
Hier in der Lindenstraße befindet sich der gymnasiale Schulteil des Gymnasialen Schulzentrums Wittenburg. Zum Standort gehört ein denkmalgeschützter Altbau. Er steht für einen Teil der Stadtgeschichte, den viele Menschen ganz persönlich kennen: ihre Schulzeit.
Das heutige Gymnasiale Schulzentrum wurde 2011 gegründet. Es umfasst einen regionalen und einen gymnasialen Bildungsgang. Das Gründungsjahr der heutigen Einrichtung darf also nicht mit dem Baujahr des historischen Schulhauses verwechselt werden. 2017 wurde das Schulzentrum als Pilotschule der kreislichen Schulen digitalisiert.
Auch außerhalb des Unterrichts entstehen hier Geschichten. Die Schülerzeitung „Unzensiert“ produzierte gemeinsam mit dem NDR einen Beitrag für die Tagesthemen. Die Schülerinnen und Schüler recherchierten, produzierten, schnitten und sprachen selbst. Die Schule berichtete darüber im Juli 2026. So wurde Wittenburger Schulleben auch im Fernsehen sichtbar.
Das heutige Gymnasiale Schulzentrum wurde 2011 gegründet. Es umfasst einen regionalen und einen gymnasialen Bildungsgang. Das Gründungsjahr der heutigen Einrichtung darf also nicht mit dem Baujahr des historischen Schulhauses verwechselt werden. 2017 wurde das Schulzentrum als Pilotschule der kreislichen Schulen digitalisiert.
Auch außerhalb des Unterrichts entstehen hier Geschichten. Die Schülerzeitung „Unzensiert“ produzierte gemeinsam mit dem NDR einen Beitrag für die Tagesthemen. Die Schülerinnen und Schüler recherchierten, produzierten, schnitten und sprachen selbst. Die Schule berichtete darüber im Juli 2026. So wurde Wittenburger Schulleben auch im Fernsehen sichtbar.
Quellen & Bildnachweise
- Impressum: Gymnasialschulteil und Regionalschulteil · Gymnasiales Schulzentrum Wittenburg
Gymnasialschulteil, Lindenstraße 13; geprüft am 29.10.2026 - Plan für modernes Gymnasiales Schulzentrum Wittenburg steht · Landkreis Ludwigslust-Parchim (2023)
Meldung vom 28.09.2023 - Schülerzeitung „Unzensiert“ in den Tagesthemen · Gymnasiales Schulzentrum Wittenburg (2026)
Schulmeldung vom 08.07.2026; verlinkte Sendung vom 03.07.2026 - Foto GSZ Wittenburg1 1 · Sven Moss · Sven Moss erlaubt