Hier stehen wir vor dem Storchenturm, einem weiteren Überbleibsel des mittelalterlichen Wittenburgs. Wer zuvor den Hungerturm gesehen hat, wird einen Unterschied bemerken: Dieser Turm hat einen viereckigen Grundriss. Er wird als viergeschossiger gotischer Wehrturm aus Backstein beschrieben. Beide Türme gehörten zur Befestigung der Stadt, erhielten aber eine unterschiedliche Gestalt.
Ursprünglich war der Storchenturm Teil einer größeren Anlage. Stadtmauer, Wall, Graben und weitere Türme schützten Wittenburg. Durch das Mühlentor und das Steintor gelangte man in die Stadt. Wenn wir heute durch die Straßen und über die Wege am Wall spazieren, lässt sich leicht vergessen, dass hier einmal eine befestigte Grenze zwischen Stadt und Umland verlief.
Seinen heutigen Namen erhielt der Turm nach der überlieferten Erklärung von Störchen, die später auf ihm nisteten. Damit verdankt er seinen Namen ausgerechnet Bewohnern, für die Stadtmauern und verschlossene Tore kein großes Hindernis waren. Sie konnten einfach darüber hinwegfliegen. Wann die ersten Störche hier einzogen, ist in den zugänglichen Beschreibungen allerdings nicht überliefert.
Ein Blick auf das Baumaterial führt uns noch einmal zurück zu den Menschen, die solche Türme errichteten. Backstein prägte das Bauen in Mecklenburg. Ton und Lehm waren in der Region reichlich vorhanden. Aus gebrannten Ziegeln entstanden Kirchen ebenso wie weltliche Gebäude. Die Backsteine verbinden diesen Wehrturm also mit einer Bautradition, die uns auch an anderen historischen Gebäuden der Stadt begegnet.
Dass der Storchenturm schon lange zu den vertrauten Ansichten Wittenburgs gehört, zeigt ein Fund aus dem Ansichtskartenhandel. Eine Karte, die das Hagenower Antiquariat Liberarius auf ungefähr 1915 datiert, führt ihn neben Rathaus, Kirche und Bahnhof als Motiv auf. Die Bezeichnung lautet dort: „Unser Storchenturm“. Dieses kleine Wort „unser“ klingt schon sehr vertraut – als hätte der alte Wehrturm längst einen festen Platz im Alltag der Stadt gefunden.
Schauen Sie deshalb auch auf die Mauerreste in seiner Umgebung. Der Turm gehörte zu einer zusammenhängenden Befestigung. Heute müssen wir die fehlenden Abschnitte gedanklich ergänzen, um uns vorzustellen, wie Wittenburg innerhalb seiner Mauern einmal ausgesehen hat.
STATION 08 · Stadtgeschichte
Storchenturm
Ein Rest des alten Schutzrings erzählt auch von Handwerkern und Kaufleuten, die ihre Stadt verteidigen mussten.
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Die Geschichte des OrtesStorchenturm allgemein
Stimme / Aufnahme: Fola
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ZUM LESEN & ENTDECKEN
Ein Blick in die Geschichte.
Hier sehen Sie den Storchenturm von Wittenburg. Er steht in der Wallstraße und ist ein weiterer erhaltener Teil der früheren Stadtbefestigung.
Ein Stadtführer könnte an dieser Stelle nur von Mauern und Steinen erzählen. Interessanter wird es, wenn man nach den Menschen fragt, die für ihren Schutz verantwortlich waren. Der veröffentlichte Auszug aus dem Wittenburger Heimatbuch berichtet, dass auch Bürger zur Verteidigung verpflichtet waren. Bestimmte Mauerabschnitte wurden Handwerkerzünften und Kaufmannsgilden zugeteilt.
Stellen Sie sich das als Gedankenbild vor: Ein Handwerker hatte nicht nur seine Werkstatt im Blick, sondern konnte auch Pflichten an der Stadtmauer haben. Die Stadt zu schützen war damit keine vom übrigen Leben vollständig getrennte Aufgabe.
Heute sehen wir nur einzelne Teile dieses Systems. Das Mühlentor wurde achtzehnhundertfünfzig abgebrochen, das Steintor achtzehnhundertneunundsechzig. Der Storchenturm blieb als sichtbare Erinnerung erhalten.
Vergleichen Sie seine kantige Gestalt mit dem runden Hungerturm. Die Bauteile müssen nicht gleich aussehen, um zur Geschichte derselben Befestigung zu gehören. Wann der Storchenturm seinen Namen erhielt, ist in unseren ausgewerteten Quellen nicht ausreichend geklärt. Eine vermeintlich sichere Geschichte über ein bestimmtes Storchennest lassen wir deshalb offen.
Ein Stadtführer könnte an dieser Stelle nur von Mauern und Steinen erzählen. Interessanter wird es, wenn man nach den Menschen fragt, die für ihren Schutz verantwortlich waren. Der veröffentlichte Auszug aus dem Wittenburger Heimatbuch berichtet, dass auch Bürger zur Verteidigung verpflichtet waren. Bestimmte Mauerabschnitte wurden Handwerkerzünften und Kaufmannsgilden zugeteilt.
Stellen Sie sich das als Gedankenbild vor: Ein Handwerker hatte nicht nur seine Werkstatt im Blick, sondern konnte auch Pflichten an der Stadtmauer haben. Die Stadt zu schützen war damit keine vom übrigen Leben vollständig getrennte Aufgabe.
Heute sehen wir nur einzelne Teile dieses Systems. Das Mühlentor wurde achtzehnhundertfünfzig abgebrochen, das Steintor achtzehnhundertneunundsechzig. Der Storchenturm blieb als sichtbare Erinnerung erhalten.
Vergleichen Sie seine kantige Gestalt mit dem runden Hungerturm. Die Bauteile müssen nicht gleich aussehen, um zur Geschichte derselben Befestigung zu gehören. Wann der Storchenturm seinen Namen erhielt, ist in unseren ausgewerteten Quellen nicht ausreichend geklärt. Eine vermeintlich sichere Geschichte über ein bestimmtes Storchennest lassen wir deshalb offen.
Quellen & Bildnachweise
- 800 Jahre Wittenburg – veröffentlichter Auszug zur Stadtgeschichte · Stadt Wittenburg · Öffentlichkeitsarbeit (2026)
- Bildquelle: WittenburgStorchenturm.JPG · Lupi82 (laut Commons-Dateiseite)
Storchenturm in der Wallstraße; Fotodatum nicht angegeben, 2011 hochgeladen. - Bildlizenz: CC0 1.0 · verkleinerte Webfassungen; Bildausschnitt in Kartenansichten · Creative Commons
Gilt für das Foto WittenburgStorchenturm.JPG. - Storchenturm – Außenansicht · Lupi82 (laut Commons-Dateiseite) · CC0 1.0 · verkleinerte Webfassungen; Bildausschnitt in Kartenansichten